Bei einem Pleasure Walk verbinden sich Achtsamkeit und Genuss mit der Bewegung in der Natur zu einer Einheit, von der wir ganzheitlich profitieren können, wie die Wissenschaft zeigt. Er ist eine Übung aus der Positiven Psychologie und dort im Bereich „Savoring“ angesiedelt, was soviel wie „genießen“ bedeutet. Ziel ist es, ein Bewusstsein für das Schöne und Positive zu entwickeln, das uns umgibt. Und diese Schönheit mit allen Sinnen ganz bewußt erfahren und genießen zu lernen.

Zur Klosteralm Lilienfeld mit dem M...
Zur Klosteralm Lilienfeld mit dem Muckenkogel Sessellift

In dem Artikel Spazieren gehen die unterschätzte Bewegung habe ich bereits über die unglaublich vielen positiven Auswirkungen eines Spaziergangs auf Körper, Geist und Seele berichtet.

Mit einem Pleasure Walk, am besten in grüner, ursprünglicher Natur, intensivierst Du diese Erfahrung noch. Was uns die Natur alles gibt, darüber schreibe ich in dem Artikel: Wie die Natur uns heilen kann und uns obendrein glücklich macht.

Wahrscheinlich kennst Du Waldbaden, oder hast zumindest schon mal davon gehört. Es ist einem „Genussspaziergang“ ziemlich ähnlich. Beim „Baden im Wald“ geht es zum Beispiel auch darum, ganz im Moment zu sein, die Natur zu genießen und auf möglichst viele Details zu achten.

Der Pleasure Walk ist insofern anders, als dass Du jeden Deiner Wege zu einem Pleasure Walk machen kannst und Dich dabei auf das Schöne und Positive fokussierst.

Was brauchst Du für einen Pleasure Walk?

  • Mindestens 20 Minuten Zeit – gerne auch länger, Hauptsache Du gehst ohne Zeitdruck
  • dem Wetter entsprechende Kleidung und Schuhe

Optional:

  • eine Kamera (das kann auch Deine Handykamera sein)
  • wenn es Dir lieber ist, eine Geschichte darüber zu schreiben, oder zu zeichnen – Stift und Papier
  • oder: ein Audioaufnahmegerät (Dein Handy hat zum Beispiel sicher auch eine Diktierfunktion)

Denn: Beim Pleasure Walk geht es auch darum, all diese schönen und positiven Dinge, die Du gesehen und erlebt hast, möglich zu „verankern“. Dazu gleich mehr.

Warum ist dieses Equipment für einen Pleasure Walk sinnvoll?

Um die positiven Emotionen und Eindrücke bewusst zu erleben, ist es nützlich sie nochmal nacherleben zu können. Ob schriftlich, an Hand von Fotos, kleinen Zeichnungen oder Tonaufnahmen – bleibt dabei Dir überlassen. Du profitierst jedenfalls mehr von einem Pleasure Walk, wenn Du ihn danach im Geist nochmal „durchgehst“.

Auf diese Weise kannst Du all die schönen Erlebnisse besser „abspeichern“ und sie jederzeit nochmal nacherleben. Zum Beispiel, wenn es Dir mal nicht so gut geht und Du einen kleinen positiven „Kick“ brauchst. Dein Gehirn kann nämlich nicht unterscheiden, ob Du das gerade wirklich erlebst, oder „nur“ in Gedanken nacherlebst.

Wie macht man einen Pleasure Walk?

  1. Suche Dir eine Strecke aus, die Du gut ohne Zeitdruck zurücklegen kannst. Das kann auch Dein Heimweg sein (vielleicht nimmst Du erst den nächsten Bus? Oder gehst noch eine Runde, bevor Du mit dem Auto nach Hause fährst?). Bestmöglich führt Dich dieser Weg durch eine natürliche, grüne Umgebung. Ob Du den Weg bereits kennst, oder ob er Dir neu ist, spielt keine Rolle.
  2. Sammle Dich kurz und nimm Dir den Genusspaziergang ganz bewusst vor. Gehe langsamer, als Du es sonst tust. Atme tief ein und aus und komme ganz bei Dir an. Versuche möglichst viel wahrzunehmen. Geräusche und Gerüche, die Dich umgeben, Farben und Formen von Pflanzen am Wegesrand, den Wind auf Deiner Haut, die Sonne, die Dich wärmt, den Boden unter Deinen Füßen… Suche bewusst nach schönen Details und positiven Eindrücken. Sammle so viele wie möglich davon. Sei ganz im Moment und genieße die Lebendigkeit und Schönheit. Wenn Du eine Kamera dabei hast, versuche auch neue Blickwinkel und ungewöhnliche „Einstellungen“ zu finden.
  3. Wenn Deine Gedanken abschweifen sollten, konzentriere Dich einfach wieder auf Deine Umgebung und auf den Moment. Dein Atem kann immer wieder Dein Anker sein.
  4. Nehme ganz bewusst möglichst viele schöne Momente und Eindrücke wahr. Und freue Dich an Deiner Entdeckertour. Werde zum leidenschaftlichen Sammler schöner, positiver Eindrücke.
  5. Nach dem Pleasure Walk fasst Du Deine positiven Erlebnisse nochmal zusammen. Ob das in Form einer Collage ist, die Du aus Deinen Fotos oder Zeichnungen machst, oder Deine Erlebnisse lieber aufschreibst, – Hauptsache Du erlebst den Genussspaziergang für Dich nochmal ganz bewusst nach und kannst die positiven Eindrücke „verinnerlichen“.

Je öfter Du so einen Genußspaziergang in Deinen Alltag einbaust, desto mehr positive, schöne Dinge wirst Du wahrnehmen. Und aus der Gewohnheit, etwas ganz bewusst zu genießen – kann langfristig – Deine innere Einstellung werden.

Was die Wissenschaft sagt:

Adopting a positive focus (Bryant & Veroff, 2007)
Taking a daily 20-minute walk while trying to notice as many positive elements as possible can increase happiness levels after one week.

Bereits nach einer Woche können 20 minütige Pleasure Walks, bei denen Du so viele positive Elemente wie möglich wahrnimmst – Dein Glückslevel anheben.

Weitere nützliche Links:

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