Unglaublich, aber wahr! Stricken kann uns laut wissenschaftlicher Erkenntnisse glücklich machen! Seit dem Lifestyle des „Slow Living„, in dem wir wieder mehr zu Hause basteln, werkeln, kochen und gärtnern ist auch das einst angestaubte Image des Strickens wie weggeblasen. Im Gegenteil: Stricken ist wieder in.

Selbstgestricktes fasziniert uns! Und: Stricken selbst ist ein kreatives Hobby, das uns entspannt, beruhigt und glücklich macht!

Stricken ist das neue Yoga – 8 Vorteile des Strickens

Was für manche eine Stunde Yoga bewirkt – geht für andere auch mit ein paar Stricknadeln:

  1. Stricken senkt die Herzfrequenz
  2. senkt den Blutdruck
  3. verringert Stresshormone
  4. fördert die Konzentrationsfähigkeit
  5. erhöht den Serotoninausstoß (was uns glücklich macht)
  6. fördert unsere Kreativität
  7. fördert strategisches Denken
  8. lässt uns digital detoxen

Okay, an der Fitness hapert es vielleicht, aber hey – laut Forschungsergebnissen entspannt uns Stricken genauso, wie eine Yogasession!

Außerdem macht es uns so unglaublich stolz, wenn das Projekt fertig ist. Zwischenzeitlich haben wir die Zeit vergessen – und waren voll drin im Projekt „Extreme-Stricking“. Klingt ganz danach, als hätte Stricken das Potenzial zu einem echten Flowerlebnis und zu einer echten Leidenschaft zu werden. Wie Du in den Flow kommst und was das überhaupt ist, liest Du hier: Flow oder das Geheimnis des Glücks.

Warum der Handarbeitsunterricht in der Schule keinen Spaß macht

Was war das mühsam! Diesen weinroten Rollkragenpullover damals im Handarbeitsunterricht werde ich nie vergessen! Was für ein Alptraum! Zuerst waren die Maschen zu fest und dann wieder zu lose gestrickt. Also: alles wieder auftrennen und neu stricken, was aber das Ergebnis auch nicht besser gemacht hat.

Heraus kam irgendwas zwischen Putzlappen und Schlauchkleid. Ein Pullover war das jedenfalls nicht. Angezogen habe ich ihn? Es? Auch nie. Die Note auf den „Pulli“ habe ich vergessen – oder verdrängt. Mit Stricken war ich seit dem durch.

Dabei gibt es heute super tolle Projekte, die mega aussehen und wahrscheinlich sogar richtig Spaß machen können. Zum Beispiel dieses (sicher auch für Anfänger machbares) Kissen aus Chunky-Wolle, über das ich kürzlich gestolpert bin.

So ein flauschiges Kissen ist im Handumdrehen gestrickt. Und das im wahrsten Wortsinn. Nadeln? Braucht man nicht. Hier wird einzig und allein mit den Händen gestrickt. Cool, oder?

Stricken lernen

Wer noch nie gestrickt hat, für den ist es heute leichter denn je, dieses Hobby zu lernen. Zahllose Strickkurse und Anleitungen für Anfänger findet jede(r) leicht auf youtube und co. Sie machen uns den Einstieg deutlich einfacher. Selbst wer zwei linke Hände hat, kann zu tollen Ergebnissen kommen. Man braucht weder viel Know-how, noch spezielles Equipment um ein erstes Projekt zu starten. Und die Vorteile des Strickens sind mehr als überzeugend:

Was uns Stricken bringt

Stricken ist so meditativ und entspannend wie Yoga. Die sich wiederholenden, einfachen Bewegungen beruhigen einerseits das Denken und halten uns andererseits wach. Wir müssen uns konzentrieren, aber die Aufgabe überfordert uns nicht (zumindest wer sich nicht gleich einen Rollkragenpullover vornimmt).

Wir können also völlig in diesem „glückseligen“ Zustand des Flows aufgehen, der uns Raum und Zeit vergessen lässt. Wir sind abgelenkt von stressigen Gedanken, werden innerlich ruhig – und glücklich. Das Handy und andere Gadgets bleiben außen vor – und wir „detoxen“ von allem Digitalen.

Tatsächlich gaben über 73% der Menschen, die mindestens dreimal pro Woche stricken an, sich weniger gestresst zu fühlen. Die Gleichförmigkeit der Bewegung senkt den Puls um bis zu elf Schläge pro Minute – und somit auch den Blutdruck. Die „Stricker“ berichteten ebenfalls, besser zu schlafen und weniger Schmerzen zu haben. Jeder zweite hatte zudem das Gefühl, etwas geleistet zu haben und war stolz auf sich.

Stricken ist Training fürs Gehirn

Was so harmlos aussieht, verlangt unserem Gehirn jede Menge ab: Die Gehirnareale, die für Planung, sensorische Wahrnehmung, räumliche Orientierung, Aufmerksamkeit, Verarbeitung von visuellen Informationen, Speichern von Erinnerungen, Koordination usw. zuständig sind, arbeiten auf Hochtouren. Unser Gehirn kann sich dadurch besser vernetzen und je mehr all diese Verbindungen beansprucht werden, desto geschmeidiger läuft der Informationsfluss ab.

Eine Studie der renommierten Mayo Clinic kam zu dem Ergebnis, dass regelmäßiges Stricken das Risiko für eine Vorstufe von Alzheimer um bis zu 40% mindern kann und gegen chronische Schmerzen hilft.

Stricken trainiert uns auch körperlich

Wer erst kürzlich eine Arm- oder Handgelenks-Operation hatte, sollte sich überlegen mit dem Stricken zu beginnen. Denn durch die ständigen kleinen Bewegungen trainiert Stricken die Muskeln und Sehnen der Hand und des Unterarms und sorgt dafür, dass die Knorpelmasse erhalten bleibt.

Und – vielleicht das Wichtigste: Stricken macht glücklich

Über 3500 Strick-Begeisterte wurden in einer weltweiten Studie befragt – und 80% gaben an, das Stricken sie deutlich glücklicher mache!

Wenn Stricken nun auch Dein neues Traumhobby werden könnte, beherzige folgende Tipps:

Konzentriere Dich nicht auf das Ergebnis, sondern auf das Stricken selbst. Es ist erstmal egal, was dabei rauskommt. Allein schon die sich ständig wiederholenden Handlungen, die immer wiederkehrenden Bewegungsmuster und die Tatsache, dass Du diese Handlungen kontrollierst, sind es, die aus dieser „Handarbeit“ eine achtsame Erfahrung machen, die Dich entspannt und glücklich machen kann.

Konzentrierst Du Dich dagegen auf das Ergebnis, gehst Du in den Wettstreit mit Dir selbst – und die positiven Effekte sind dahin. Erinnere Dich: Es gibt keine Noten. Niemand wird Dich bewerten – auch das solltest auch Du nicht tun.

Und: Setze Dir keinen Termindruck. Schließlich geht es um Deine Entspannung und die Wiederentdeckung der Langsamkeit. Wenn Du mehr darüber wissen willst, wie und warum Hobbys unser Glückslevel heben können, lies Ein Hobby kann dein größter Glückshelfer sein weiter. In dem Artikel schreibe ich über einen Wissenschaftler, der dazu geforscht hat, warum beispielsweise unsere Großeltern deutlich entspannter waren als wir heute – und das, obwohl sie weniger Freizeit hatten.

Was braucht man zum Stricken?

  • Wer „Arm-“ oder „Fingerknitting“ ausprobieren will, braucht nur noch die passende Wolle
  • Alle anderen benötigen auch noch ein paar Stricknadeln in passender Größe zu Wolle und Projekt
  • Um in den Genuss all der positiven Effekte des Strickens zu kommen, empfehlen Experten dreimal die Woche zu stricken. Wie lange – entscheidest Du.

Fazit:

Vergessen wir unsere „traumatischen“ Schulerlebnisse (wenn auch Du welche hattest) und geben wir dem Stricken nochmal eine Chance. Vielleicht wird es ja doch noch Liebe – auf den zweiten Blick. Es muss ja auch kein Rollkragenpullover werden. Und Noten gibts auf das Werk schon gar nicht. Star Wars Fans und Harry Potter Jünger können übrigens jetzt schon aufjubeln. Für ihre Passion gibt es mittlerweile eigene Stricksets – um zum Beispiel „magisch stricken“ zu lernen. Möge die Macht mit Euch und Euren Nadeln sein!

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