Der Wald ist seit jeher ein Ort der Erholung. Aber hast Du auch schon mal im Wald gebadet? Oder weißt Du nicht, wie es geht und möchtest erstmal eine Waldbade-Anleitung haben, um es selbst auszuprobieren? Wie förderlich ein Waldbad ist, habe ich in dem Artikel „Waldbaden“ zusammengetragen. Darin erfährst Du auch, was einen Waldspaziergang von einem Waldbad unterscheidet und medizinische Studien dazu, wie der Wald uns heilen kann.

Hast Du es gewusst? Durch ein Waldbad steigen unsere krebsabwehrenden „Killerzellen“ um bis zu 40% an.

Waldbaden – worum geht es da?

Den Wald spielerisch mit allen Sinnen erkunden, neugierig sein, den Vögeln und den Blättern lauschen, das Staunen wieder lernen, Geborgenheit und Ruhe finden.

„Shinrin Yoku“, das heilsame Bad im Wald, wurde in Japan 1982 als staatliches Gesundheitsprogramm entwickelt. Es sollte der Ausgleich zur 60-Stunden-Woche in klimatisierten Räumen und überfüllten Städten sein und ist in Japan heute eine anerkannte Therapie.

Auch hierzulande weiß man mittlerweile die Heilkraft des Waldes immer mehr zu schätzen. Wie Du im Wald baden kannst, erfährst Du hier.

Was brauchst Du zum Waldbaden?

  • Zwischen 2 und 4 Stunden Zeit
  • Einen Rucksack mit einer Decke, Wasser und evtl. einige Snacks
  • Dem Wetter entsprechende Kleidung
  • evtl. ein zusätzliches Paar Socken
  • Feste Schuhe

Waldbaden – Die „Bade-Anleitung“

Vorbereitung des Waldbads

Ganz prinzipiell hat das Waldbaden sehr viel mit Achtsamkeit zu tun. Es ist wie eine Art Gehmeditation im Wald. Nur, dass Du zusätzlich noch mit dem Wald in Berührung kommst, also an Blättern riechst, mit nackten Füßen über das Moos gehst, Deine Hände ins kalte Wasser eines Bachs oder Sees tauchst und ähnliches. Aber beginnen wir von vorne.

Packe zunächst mal alles zusammen, was Du in den 2 bis 4 Stunden brauchst (siehe Liste). Aber beschränke Dich dabei auf das Nötigste. Wenn es sehr warm ist, wird es vielleicht etwas mehr Wasser sein, dafür kannst Du ja eventuell auf die Decke verzichten.

Suche Dir einen Wald in der Nähe aus, am besten einen, in dem Du bereits warst. Wenn Du dort einen schönen Waldweg kennst, der circa 3 Kilometer lang ist, kann es losgehen. Hast Du mehr Zeit, kann der Weg auch entsprechend länger sein. Für einen 5 Kilometer langen Weg solltest Du beispielsweise etwa 4 Stunden einplanen. Für einen 3 Kilometer langen Weg solltest Du 2 Stunden einplanen. Wie Du siehst – beim Waldbaden geht es um die Wiederentdeckung der Langsamkeit.

Überlege Dir vorher, wo Du dort eine Pause machen kannst, welche schönen, ruhigen Plätzchen Du entlang des Weges kennst, ob es einen Bach, oder einen Teich gibt, an dem Du rasten kannst – kurz: Bereite Dich ein bisschen vor und dann kannst Du losstarten.

2. Durchführung des Waldbads – die Anleitung

Waldbade-Therapeuten empfehlen, nach dem Ankommen am Ausgangspunkt, sich erstmal innerlich auf das Waldbad einzustimmen. Nimm Dir einfach ein paar Minuten Zeit, setze Dich hin, schließe, wenn Du möchtest die Augen und komm bei Dir an.

Danach gehe langsam und ganz entspannt auf dem Weg los, den Du Dir für Dein Waldbad ausgesucht hast. Bleibe immer mal wieder stehen, lausche dem Zwitschern der Vögel, Deinen Schritten auf dem Waldweg, den Blättern im Wind. Setze Dich immer mal wieder hin, oder lege Dich ganz entspannt auf das frische Moos.

Genau wie bei einer Achtsamkeitsübung, versuchst Du mit allen Sinnen, ohne zu urteilen, oder zu bewerten, den Augenblick zu genießen.

Atme tief ein und aus und nimm den Wald wahr, mit all seinen Formen, Farben, Gerüchen und Geräuschen. Sei ganz im Moment und bei Dir selbst. Wenn Gedanken aufkommen, folge ihnen nicht, sondern lass sie einfach wieder ziehen, indem Du zum Beispiel wieder zu Deinem Atem zurückkehrst.

Waldbaden ist wie ein achtsamer, meditativer Spaziergang durch den Wald

Versuche immer mehr ins Detail zu gehen, bei Deinen Beobachtungen. Sei wieder wie ein Kind: neugierig und unvoreingenommen. Sieh Dir einen Baum genau an, versuche seine Kraft zu spüren, beobachte die Blätter, wie sie sich im Wind bewegen…

Leg Dich zum Biespiel auch einmal unter einen Baum und lass seine Größe auf Dich wirken. Versuche, durch die Krone den Himmel zu sehen, kleine Käfer zu beobachten, Muster zu erkennen – was Dir einfällt – und atme dabei tief.

Zieh danach wieder weiter und setz Dich zum Beispiel ans Ufer eines Bachs. Lausche dem vorbeifließendem Wasser, zieh Deine Schuhe aus und halte Deine Füße ins kühle Nass. Versuche mit allem, was Du tust möglichst viele Deiner Sinne zu stimulieren. Und atme tief. Ein und aus.

Statt ein Bachufer kann es aber auch genauso gut ein schönes Sonnenplätzchen sein, an dem Du rastest und atmest. Oder eine ruhige Lichtung. Wenn es Dir hilft und die Wirkung noch intensiviert, leg Dich auf den Boden (und breite Deine Decke aus) und schließe die Augen dabei, während Du den Wald intensiv wahrnimmst.

Bewege Dich langsam vorwärts, setze zum Beispiel Deine (eventuell nackten) Füße ganz bewusst auf und rolle sie bei jedem Schritt ab. Höre Deinen Schritten zu. Welches Geräusch machen sie auf dem Waldboden?

Wenn Du merkst, dass Du irgendwo verspannt bist, kannst Du auch einige Stretching-Übungen mit in Dein Waldbad einbauen. Es soll Dir rundherum guttun und Dich entspannen. Und: Atme tief. Denn es sind vor allem die Terpene der Bäume, die so typischen Geruchsstoffe des Waldes, die eine heilsame Wirkung auf uns haben.

Bevor Du wieder in Deinen Alltag zurückkommst, nimm Dir wieder einige Minuten Zeit, um Deine Erlebnisse nochmal zu reflektieren und zu verankern.

Tipp:

Da es vor allem die Terpene, also die Duftstoffe des Waldes sind, die uns so guttun, solltest Du Deine „Einkehr“ immer an solchen Orten machen, die besonders intensiv nach „Wald“ riechen.

Laut Forschungsergebnissen können diese Terpene unsere Immunabwehr sogar um bis zu 40% erhöhen.

Wichtig bei einem Waldbad ist natürlich auch, dass Du die Flora und Fauna des Waldes nicht störst. Das bedeutet: bleib auf den Wegen, hinterlasse keinen Müll und nimm nichts mit – außer all die schönen, gesundheitsfördernden Eindrücke.

Wenn es geht und es Dir gut tut, versuche möglichst einmal in der Woche ein solches Waldbad in Deinen Alltag einzubauen. Die gesundheitliche Wirkung eines solchen achtsamen Wald-Spaziergangs hält nämlich genau 7 Tage lang an.

P.S.: Wenn Du mehr darüber erfahren willst, wie positiv sich ein Waldbad auf uns auswirkt, lies gerne in dem Artikel Waldbaden nach.

Und nun: Viel Spaß und gute Erholung bei Deinem Waldbad!

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