Wenn Du ab und an mal nicht weißt, wie Du Dir und Deinen Träumen auf die Schliche kommen kannst, könntest Du es mal mit dieser Übung versuchen. Was Du dazu brauchst, ist ein Zettel, einen Stift und 20 Minuten Zeit. Und dann schreibst Du auf, wie es so ist, Dein Leben: Als Dein bestmögliches Ich.

Übungen zur Selbsterkenntnis gibt es viele

Kennst Du diese Übungen, in denen Du direkt über Deine Stärken, Deine Ziele und Wünsche schreiben sollst? Fällt Dir dann auch meist nichts ein? Oder fühlt es sich irgendwie immer aufgesetzt und „nicht richtig“ an. Dann ist die Übung des bestmöglichen Ichs vielleicht genau das Richtige für Dich. Mir ist sie zum ersten Mal im Rahmen meiner Recherche zu diesem Blog begegnet – und ich muss sagen, sie ist eine der besten, die zumindest ich – je gemacht habe. In der Positiven Psychologie gilt sie als eine der „Standardaufgaben“ und wird dort in der einen oder anderen Form gelehrt.

Die Übung: „Dein bestmögliches Ich“

Stell Dir vor, dass sich alles in Deinem Leben zum Besten entwickelt hat. Du hast es geschafft. Du fühlst Dich rundum glücklich und zufrieden. Du bist gesund und munter und hast Spaß an Deinem Leben. Jeden Tag beginnst Du voller Freude und hoch motiviert. Es ist Dein Leben – auf die bestmögliche Art und Weise. Stell Dir das in bunten Farben und möglichst detailliert vor.

Die einzelnen Lebensbereiche, die Du Dir dabei vorstellen kannst, könnten beispielsweise diese sein:

  • Wie (vertrauensvoll und unterstützend) haben sich die Dinge in Deiner Familie entwickelt?
  • Wie bist Du mit Deiner (sinnstiftenden) Karriere vorangekommen?
  • Wo und wie lebst Du? In welcher (sicheren, gebildeten) Gesellschaft?
  • Wie (liebevoll und geborgen) fühlst Du Dich in Deiner Beziehung?
  • Wie steht es um Dein (aufregendes) Liebesleben?
  • Wie (erfüllend, inspirierend) sind Deinen Freundschaften?
  • Welchen (kreativen, sportlichen, handwerklichen) Hobbys gehst Du nach?
  • Welchen (gesunden, aktiven) Lebensstil führst Du?
  • Wie (wertschätzend) gehst Du mit Dir selbst um?

Wichtig ist dabei:

Alles ist zum Allerbesten gelaufen. Du führst ein absolut erfülltes, glückliches Leben.

Wie sieht Dein Leben aus? Wie gut fühlt es sich an? Wie glücklich bist Du, als Dein bestmögliches Ich?

Angenommen, Du stellst Dir zum Beispiel Dein bestmögliches Ich in einem neuen Job vor:

Was genau sind Deine Aufgaben, mit wem arbeitest Du zusammen, wo genau ist dieser Job, wie sieht es dort aus? Wie erfolgreich bist Du? Wie wertschätzend gehen Deine Kollegen mit Dir um? Je konkreter Du wirst, desto intensiver ist die Wirkung dieser Übung und desto mehr wirst Du von ihr profitieren. Sei dabei so kreativ und fantasievoll wie Du möchtest.

Kümmere Dich beim Schreiben weder um Rechtschreibfehler noch um Wiederholungen. Schreibe einfach 15 Minuten am Stück drauf los.

Nach diesen 15 Minuten schließt Du die Augen und stellst Dir dann Dein Leben als bestmögliches Ich für 5 Minuten so lebendig wie irgend möglich vor. Sei mit allen Sinnen dabei. Fühle und spüre, wie es sich anfühlt – das Leben als Dein bestmögliches Ich.

Schreibe Deine Gedanken und Gefühle am besten per Hand auf. Lege Dir dafür einen Notizblock oder ähnliches zu. Nimm Dir am nächsten Tag ein neues Blatt und schreibe wieder auf, wie es Deinem bestmöglichen Ich geht. Wahrscheinlich wird Deine Erzählung immer genauer, vielleicht fällt Dir auch etwas ganz anderes ein, wie Dein bestmögliches Ich noch glücklicher und erfüllter sein könnte. Nur zu.

Du wirst durch diese Übung Dir, Deinen Werten, Wünschen und Zielen immer näher kommen können. Per Hand zu schreiben, ist dafür deswegen gut geeignet, weil Du Deine Gedanken nicht einfach „löschen“ kannst, wie beim digitalen Schreiben auf einem Computer.

Welchen Nutzen hat diese Visualisierungsübung?

Wenn Du Dir Dein bestmögliches Ich vorstellst, können Dir viele Dinge klarer werden: zum Beispiel, was Dir in Deinem Leben wirklich wichtig ist. Welche Wünsche Deine wirklichen Wünsche sind, welche Deine wirklichen Werte und Ziele. Dein Gehirn kann nicht unterscheiden, ob es sich dabei lediglich um eine Wunschvorstellung handelt, oder ob diese guten Gefühle, die Du bei dem Entwickeln Deines bestmöglichen Ichs hast, real sind.

Die University Berkeley schlägt vor, diese Übung täglich über 2 Wochen durchzuführen. Ziel ist, Dein mind-set genau auszurichten – Deine Visualisierung kann auf diese Art immer mehr zur Realität werden. Außerdem kann es sein, dass Du mit der Zeit immer optimistischer in die Zukunft blickst.

Meine Erfahrung:

Ich habe es als sinnvoll empfunden, nicht alle Fragen in einer „Session“ zu beantworten, sondern ich habe pro Tag jeweils einen Lebensbereich aufgegriffen und darüber geschrieben. Wie zum Beispiel: Beziehung und Liebesleben, Freunde und Familie, Hobbys und Lifestyle, Karriere und Gesellschaft und natürlich an einem weiteren Tag den wertschätzenden Umgang mit mir selbst. Zum Schluss habe ich dann daraus einen „bestmöglichen Tag“ gemacht, den „mein bestmögliches Ich“ durchlebt. Aber das kann natürlich jeder machen, wie er möchte.

Viel Spaß beim Entwickeln Deines bestmöglichen Ichs

Weitere nützliche Links:

Quelle:

Berkeley University, Greater Good Science – best possible self